Perspektivenwechsel - unscheinbare, alte, verrostete, alltägliche, hässliche Gegenstände aus einem anderen Blickwinkel betrachten, in einer anderen Dimension sehen.

Von Makro auf Mikro.
Perspektivenwechsel - unscheinbare, alte, verrostete, alltägliche, hässliche Gegenstände aus einem anderen Blickwinkel betrachten, in einer anderen Dimension sehen.

Von Makro auf Mikro.
Ich möchte nun mit einer neuen Serie beginnen, die sich seit Eröffnung des Logbuches mit dem Bild “Drahtseilakt” eigentlich schon fast aufdrängt. Unscheinbare, alte, verrostete, alltägliche, hässliche Gegenstände aus einer anderen Perspektive betrachten, in einem anderen Blickwinkel, einer anderen Dimension sehen.


Wer an diesen Tischen, auf diesen Bänken wohl schon gesessen haben mag?
Wieviele Leute Erinnerungen an diese Lichtung haben?
Was hier wohl schon alles passiert ist?
Es gibt Dinge im Leben, die geben einem zu denken. Dazu gehört, dass die Fotografin seit sie denken kann mit einer schweren Arachnophobie zu kämpfen hat. Doch das allein wäre noch nichts Erstaunliches. Nein. Aber interessanterweise gibt es trotz der Angst auch schöne Dinge, die mit dem Angstobjekt zu tun haben, die auch mir nicht verborgen bleiben.
Es war Winter, als dieses Foto gemacht wurde. Ein kalter, eisiger Tag im Dezember. Doch garantiert ein Tag, an dem der Achtbeiner nicht zuhause war. Vermutlich ein Tag, an dem er oder sie nicht mehr existiert hatte. Doch der Frost, der Raureif, hat ein Stückchen davon lebendig bleiben lassen. Ein Stückchen Kunst.

Ein Stückchen Vergangenheit.

Das hier ist er, der Zaun. Das verrostete Stahlseil. Festgedreht, stark, alt. Es wirkt morsch und schmutzig bei dem Versuch, Passanten vor dem Sturz über den kurzen aber steilen felsigen Abhang zu bewahren.

Was es schon alles gesehen haben mag, frage ich mich? Hält es mich? Teste ich, während ich mich vorsichtig dagegen lehne.

Es liegt eingebettet in die Öse - doch wie fest steckt der Pflock in der Erde?